Historie

(Image by FreePhotos from Pixabay)

An dieser Stelle erläutern wir die neuere Geschichte des Rubinger Waldes, hier speziell die Gegend um das neue Planungsgebiet im Karweidach in den letzten 30 Jahren.

Die Vorgeschichte

Im Zuge der Bayerischen Gebietsreform 1972 und der sog. Rechtlerteilung wurde eine größere Teilfläche aus der Rubinger Rechtlerflur an den Markt Oberstdorf übertragen.

Die Gemeinde übernahm einen wertvollen Bestand an schützenswertem Auwald, gleichzeitig ein beliebtes Naherholungsgebiet, von ruhigen Spazierwegen durchzogen, im Sommer und im Winter attraktiv für Einheimische und Gäste. Durch den Ahorn-gesäumten Spazierweg des Oberstdorfer Verschönerungsvereins waren Rubinger Wäldchen und Illerursprung seit langer Zeit an das östliche Oberstdorf angebunden, also Teil eines stark frequentierten touristischen Netzwerks.

Scheibchenweise Naturvernichtung

Ungeachtet dieser Funktion und Wertigkeit begannen schon bald die ersten größeren Eingriffe, der Anfang einer scheibchenweisen Vernichtung .

Zunächst die großzügige Rodung für die Anlage der Kur-AG mit Tennishalle (am Bedarf vorbei geplant), Kegelbahn und Restauration und Tennis-Freiplätzen(obwohl die Tennisanlage im Ortszentrum noch heute besteht!).

Die schwerwiegendste Entwicklung aber war der Plan der Gemeinde, im Rubinger Wald, im absoluten Außenbereich, mitten im schützenswerten Auwald, eine fabrikartige Mineralwasser-Abfüllanlage zu errichten.

Das hochwertige alpine Mineralwasser aus den Tiefbrunnen in der Spielmannsau sollte als Werbeträger den Namen Oberstdorfs in die Welt hinaustragen.

Der Landkreis kam nur sehr zögernd dem Drängen der Gemeinde nach und genehmigte die Aufstellung eines spezifizierten Bebauungsplanes für eine Mineralwasser-Abfüllanlage.

Im Vertrauen auf die Realisierbarkeit des Vorhabens und um möglichen Einsprüchen seitens Naturschutz und Forst die Grundlage zu entziehen und vollendete Tatsachen zu schaffen, ließ die Gemeinde eine große Waldfläche roden (2 ha). Doch das Fehlen eines seriösen Investors und Betreibers und Entwicklungen auf dem Mineralwassermarkt machten nach vielen Jahren die Vision vom Oberstdorfer Mineralwasser endgültig zunichte.

Zurück blieb eine Brachfläche mitten im Wald, die zur Deponie für verschiedenste Materialien verkam, ein ärgerlicher Schandfleck für Einheimische und Gäste .

Der Auwald versucht den illegalen Eingriff von 1999 selbst zu heilen (renaturieren) . Man sieht deutlich wie Auwaldpionierpflanzen wie Weiden und Erlen den Platz versuchen rückzuerobern. Einzig der permanente Eingriff als Lagerplatz verhindert seit Jahren den Auwaldaufwuchs.

Und es blieb ein rechtsgültiger Bebauungsplan, der nun die verschiedensten Begehrlichkeiten weckte, und den man nun versuchte, mit einer neuen Widmung zu versehen: Mal sollte es ein Wohngebiet für Einheimische werden, dann war der letzte Anlauf ein großes Hotelprojekt, durch das gleichzeitig der Bedarf an einem Hallenbad/Sauna für den ganzen Ort abgedeckt werden sollte. Die Realität der Finanzierung stoppte auch dieses Vorhaben.

Nun also soll durch einen neuen, in seinen Inhalten veränderten und stark erweiterten Bebauungsplan für ein Gewerbegebiet das gesamte Gebiet überplant und bebaut werden, das ist das endgültige Ende der GESCHICHTE des Rubinger Wäldchens.

Denn das, was letztlich um das Planungsgebiet herum an Bewuchs übrigbleibt, und das in Planbeschreibungen als „Waldgürtel“ bezeichnet wird, wird auf Grund der intensiven Bebauung und der den Gebäuden von eventuell noch verbleibenden Bäumen drohenden Windwurfgefahr nur noch ein schmaler Grünstreifen niedriger „heimischer Sträucher“ sein.

Das Gewerbegebiet Karweidach

Der neue und stark erweiterte Bebauungsplan soll einerseits den örtlichen Handwerksbetrieben Erweiterungen ermöglichen sowie die Ansiedlung der Gemeindewerke an dieser Stelle vorsehen.

Wir haben im Gespräch mit der Leitung des Bauamtes nachgefragt, ob die Gemeinde auch andere Standorte untersucht hat. Das wurde negativ beschieden.

Unsere Wunsch nach einer Auflistung aller der Gemeinde bereits gehörenden Grundstücke wurde abgelehnt mit der Begründung, dass dies keine öffentlich zugänglichen Daten seien.

Bei der ersten Auslegung des Bebauungsplans wurden von Bürgern 60 Widersprüche eingereicht. Die Leitung des Bauamtes ist der Meinung, dass die 60 Widersprüche inhaltlich identisch sind und daher als ein Widerspruch zu werten sind.

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