Bedenken und Kritik

(Image by Gerd Altmann from Pixabay)

An dieser Stelle geben wir einen Überblick über unsere Bedenken und unsere Kritik an dem geplanten Bauvorhaben ‚Gewerbegebiet Karweidach‘. Einzelne Punkte werden wir in der Folge in speziellen Beiträgen detaillieren und ausführlicher begründen.

Grundsätzliche Überlegungen

  • Auch in Oberstdorf wird das Dogma, dass das Wachstum in allen Bereichen immer weitergehen muss, nicht hinterfragt. Dabei ist eigentlich allen klar, dass endloses Wachstum auf  einem endlichen Planeten unmöglich ist. Am Anfang aller Planung müsste daher nach unserem Verständnis nachgewiesen werden, dass ein Gewerbegebiet diesen Ausmasses (6 ha) in den nächsten 20 Jahren überhaupt notwendig ist. Eine derartige fundierte Planungsgrundlage ist uns nicht bekannt. Wir fordern unter Einbeziehung der Bürger die Entwicklung einer solchen Planungsbasis.
  • In Zeiten des Klimawandels und ständig knapper werdender Flächen (Stichwort Flächenfraß) sind Waldflächen besonders wertvoll. Ihr Erhalt sollte uns besonders am Herzen liegen. Warum ein Gewerbegebiet ausgerechnet in einen Wald und dazu noch in einem Auwald geplant wird, ist uns nicht verständlich.
Aspekte zu den Themen Natur und Erholung

  • Das geplante Gewerbegebiet ist ein massiver Eingriff in ein bestehendes Ökosystem (Auwald) das in der Oberstdorfer Region nicht – wie behauptet wird – kompensiert werden kann. Ein wichtiger Naturraum nahe des Illerursprungs wird so unwiederbringlich zerstört.
  • Das Bauvorhaben in dem jetzt geplanten Umgriff und mit den geplanten Kubaturen und Höhen der Gebäude (siehe Bebauungsplan) stellt eine erhebliche und irreparable Störung des Landschaftsbildes dar. Die verharmlosende Beurteilung dieses Gesichtspunktes in den vorliegenden Gutachten (“…nur von oben sichtbar…”) geht an der Realität vorbei. Die wenigen höheren Laubbäume, die in dem schmalen, das Planungsgebiet umgebenden Grünstreifen (s-Plan) verbleiben, fast alles Eschen, werden dem schnell um sich greifenden Eschen-Sterben zum Opfer fallen. Dann stehen die nüchternen, über 20 m hohen Gewerbehallen ohne jegliche Abschirmung quasi mitten im Außenbereich unserer Oberstdorfer Erholungslandschaft.

(das Bild zeigt wie das im Winter ohne Laub aussehen wird)

  • Oberstdorf lebt vom Tourismus. Grundlage dafür ist eine intakte Natur in der sich der Tourist wohlfühlen und erholen kann.
  • Auch Einheimische brauchen Naherholungsgebiete zur Regenerierung und Erholung. Wege in der Ebene sind besonders wichtig für ältere Menschen, Familien mit Kindern und Behinderten.   Das Bauvorhaben führt zu deutlichen Einbußen beim Erholungswert des Rubinger Waldes.
  • Wald ist die wertvollste Ressource für besseren Klimaschutz. Anstatt Wälder abzuholzen ist zusätzliche Aufforstung anzustreben.
  • Nicht zuletzt sollten auch späteren Generationen attraktive und leicht erreichbare Naherholungsgebiete zur Verfügung stehen.
Aspekte zur Projektplanung

Bild: Bebauungsplan
(Quelle: manuelle Zeichnung der Abb. 7 aus der Begründung zum Bebauungsplan nachempfunden, da der Markt Oberstdorf uns die Veröffentlichung des Originalplans verweigert hat)

  • Ein langfristiges Konzept für den Flächenbedarf des Marktes und eine fundierte  Bedarfsplanung für Gewerbegebiete ist nicht vorhanden. Wir fordern unter Einbeziehung der Bürger die Entwicklung solcher Konzepte.
  • Wir sind der Meinung, dass es bessere Standorte für Gewerbegebiete gibt. Entsprechende Alternativen sind zu planen und bezüglich aller Aspekte den Bürgern zur Abstimmung vorzulegen.
  • Der Planung des Gewerbegebiet Karweidach liegen teilweise veraltete oder nicht mehr passende Gutachten und Untersuchungen zu Grunde, z.B. für Verkehr, Lärm- und Artenschutz.
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